Nachgefragt – wie gut läuft Patientenvertretung in Coronazeiten?


Nachgefragt – wie gut läuft Patientenvertretung in Coronazeiten?


Veröffentlicht am: 20.05.2020 | Neuigkeiten | Keine Kommentare »


Erfahrungsberichte aus NRW – Patientenvertretung in Zeiten von Corona

Iwww.pixabay.com/Patrice_Audetn einigen Gremien gab es von Beginn an Videokonferenzen. In anderen, meist städtischen Gremien, finden langsam auch wieder Sitzungen vor Ort statt. Durch die Möglichkeit der flexiblen Nutzung von Räumlichkeiten können die Vorschriften und Vorsichtsmaßnahmen besser eingehalten werden.

Die erste Sitzung der AG Krankenhausplanung findet am 26. Mai unter Sicherheitsauflagen wieder statt. Allerdings gestaltete sich auch hier die Suche nach geeigneten Räumen als schwierig, daher muss die Arbeitsgruppe nach Münster in die Räumlichkeiten der Ärztekammer Westfalen-Lippe ausweichen.

Andere Gremiensitzungen wurden bis Ende Mai komplett abgesagt. Sofern Sitzungen als Videokonferenz stattfinden, stellen einige entsendende Organisationen ihren Patientenvertreter*innen die entsprechende Technik zur Verfügung (z.B. einen Laptop). Viele Ehrenamtliche beklagen jedoch, dass  sie nicht die nötigen technischen Voraussetzungen haben. Auch die nötigen Kenntnisse sind nicht immer vorhanden.

Bei vielen Organisationen und Vereinen läuft die digitale Kommunikation recht gut, ein Großteil der Kommunikation wird über E-Mail und Telefon abgewickelt. In einigen Vereinen, in denen das Leitungsteam nicht so “medienaffin” ist oder der Digitalisierung skeptisch gegenüber steht, ist die Kommunikation auf ein Minimum reduziert. Insgesamt berichten die befragten Ehrenamtlichen von einem Konflikt zwischen Benutzerfreundlichkeit bzw. Umsetzbarkeit und Datenschutz. Dies ist insbesondere im Bereich der Selbsthilfe ein schwer aufzulösendes Dilemma. Einige Selbsthilfegruppen sind aber beispielsweise über Kurznachrichtendienste wie “WhatsApp” aktiv. Dies scheint nach anfänglichem Zögern gut zu laufen.

Einigen Ehrenamtlichen ist es durch die veränderte private Situation nicht möglich, ihr Ehrenamt weiter auszuführen, zum Beispiel weil die Tagespflege wegfällt und sie selber Angehörige pflegen müssen.

Der Kontakt bleibt!

Im Seniorenbeirat NRW liefen die Aktivitäten einige Zeit auf Sparflamme. Die Vorstandsmitglieder sind aber untereinander regelmäßig per Telefon in Kontakt und bleiben auch mit den Mitgliedern im Austausch. “Wir können nur planen oder auch mal über ganz normale Dinge, wie das Nähen von Mund- und Nasenschutz reden.”, schreibt Brigitte Köster. “Auch werden mal Rezepte und Tipps für den Garten ausgetauscht. Der Kontakt bleibt.”

Zusammenfassend wird deutlich, dass sich die Patientenvertreter*innen in NRW von der ungewohnten Situation mehrheitlich nicht unterkriegen lassen und im Ehrenamt so gut es eben geht improvisieren.


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