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Pressemitteilung: CORONA-Hotspots in NRW – G-BA beschließt regionale Ausnahmeregelung zur telefonischen Feststellung von Arbeitsunfähigkeit für die Kreise Gütersloh und Warendorf

Berlin, 26. Juni 2020 – Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat als Reaktion auf das besondere Infektionsgeschehen in Nordrhein-Westfalen für die Landkreise Gütersloh und Warendorf eine regionale Ausnahmeregelung bei der Feststellung von Arbeitsunfähigkeit durch Vertragsärztinnen und -ärzte beschlossen. Befristet bis zum 14. Juli 2020 können Vertragsärztinnen und -ärzte mit Sitz in den beiden Landkreisen die Arbeitsunfähigkeit von Versicherten für einen Zeitraum von bis zu 7 Kalendertagen auch allein aufgrund telefonischer Befunderhebung feststellen. Voraussetzung ist, dass die Versicherten an einer Erkrankung der oberen Atemwege ohne schwere Symptomatik leiden. Ärztinnen und Ärzte müssen sich dabei persönlich vom Zustand der Patientin oder des Patienten durch eine eingehende telefonische Befragung überzeugen.

Eine fortdauernde Krankschreibung nach telefonischen Befunderhebung kann einmalig für einen weiteren Zeitraum von bis zu 7 Kalendertagen ausgestellt werden. Die am Freitag in Berlin beschlossene Regelung gilt rückwirkend ab dem 23. Juni 2020.

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Lesehinweis: Interview mit Prof. Thomas Busse “Corona: Warnung vor Privatisierungswelle im Krankenhausmarkt” auf www.gerechte-gesundheit.de

Trotz finanzieller Unterstützung kann kaum eines der Krankenhäuser in Deutschland aktuell sagen, ob oder wie es die Coronakrise überstehen wird. Bereits davor war rund ein Drittel der Häuser wirtschaftlich angeschlagen. Prof. Thomas Busse geht davon aus, dass diese Zahl zukünftig deutlich steigen wird. Als fast unausweichliche Konsequenz sieht der Gesundheitsökonom die Gefahr, dass viele ­gerade größere ­Krankenhäuser in private Trägerschaft überführt werden und eine Privatisierungswelle den Krankenhausmarkt weiter verändern wird. Insbesondere kommunale Krankenhäuser seien übernahmegefährdet, erläutert er im „Interview des Monats“.

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Studentische Hilfskraft (w / m / d) für die Projektadministration

Der gemeinnützige Verein gesundheitsladen köln e.V. sucht ab sofort im Rahmen eines gemeinsamen Projektes von Patienten- und Selbsthilfeorganisationen in NRW befristet bis zum 31.12.2021 eine studentische Hilfskraft zur Unterstützung der Koordinierungsstelle für die Patientenbeteiligung in NRW.

 Aufgabenprofil:

  • Verwaltungstätigkeiten wie Aufbau und Pflege von Datenbanken und Protokolle
  • Unterstützung der Veranstaltungsorganisation
  • Vor- und Nachbereitung von Gremiensitzungen
  • Unterstützung der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
  • Recherchen und zielgruppengerechte Aufbereitung von Inhalten

Wir wünschen uns:

  • eingeschrieben als Student/in an einer Hochschule mit Fachrichtung/Schwerpunkt Gesundheits-, Sozial-, Politikwissenschaften oder gleichwertiger Studiengang,
  • Grundkenntnisse im Bereich Gesundheitspolitik,
  • Interesse an politischer Interessensvertretung im Bereich Patient*innen auf Landesebene,
  • Sehr gutes sprachliches und schriftliches Ausdrucksvermögen,
  • Sicherer Umgang mit Office- Programmen, auch Libreoffice und Base,
  • Bereitschaft zum interdisziplinären Arbeiten und zur Einarbeitung in neue Themengebiete,
  • Fähigkeit zur selbständigen, verantwortungsbewussten Aufgabenwahrnehmung,
  • soziale Kompetenz, Kommunikations- und Kooperations­fähig­keit

Wir bieten:

  • Kleines, eng zusammenarbeitendes Kernteam mit Raum für eigene Ideen,
  • Freie Einteilung der Arbeitszeit und Möglichkeit zum Homeoffice,
  • Vielfältige Kontakte mit gesundheits- und sozialpolitischen Organisationen in NRW,
  • Vielfältige Arbeitsinhalte und Einblicke rund um die Themen Patientenbeteiligung Patientenvertretung und Gesundheitspolitik auf Landesebene,
  • Möglichkeit zur Kooperation bei einer Abschlussarbeit,
  • Nebenjob auf 450 Euro Basis

Homepage: www.patientenbeteiligung.de/nw und www.gesundheitsladen-koeln.de

Kontakt für Rückfragen: Sonja Fasbender, Tel. 0152 5354 888 0
Bewerbungsfrist: bis spätestens 15.06.2020 um 23 Uhr

Form: schriftlich per E-Mail an nrw@patientenbeteiligung.de

Das Projekt

Seit 2015 wird die Patientenvertretung in NRW gefördert durch das Landesgesundheitsministerium (MAGS).

Patientenbeteiligung in NRW

Die Stelle wird getragen vom PatientInnen Netzwerk NRW und dem Koordinierungsausschuss nach §140f SGB V.

Der Träger

Seit 1987 ist der gesundheitsladen köln e.V. eine unabhängige Einrichtung für Bürger*innen. Er bietet Informationen und Beratung zur Gesundheitsversorgung und betätigt sich in der Gesundheitspolitik.

Download Stellenausschreibung als PDF

Erfahrungsberichte aus NRW – Patientenvertretung in Zeiten von Corona

Iwww.pixabay.com/Patrice_Audetn einigen Gremien gab es von Beginn an Videokonferenzen. In anderen, meist städtischen Gremien, finden langsam auch wieder Sitzungen vor Ort statt. Durch die Möglichkeit der flexiblen Nutzung von Räumlichkeiten können die Vorschriften und Vorsichtsmaßnahmen besser eingehalten werden.

Die erste Sitzung der AG Krankenhausplanung findet am 26. Mai unter Sicherheitsauflagen wieder statt. Allerdings gestaltete sich auch hier die Suche nach geeigneten Räumen als schwierig, daher muss die Arbeitsgruppe nach Münster in die Räumlichkeiten der Ärztekammer Westfalen-Lippe ausweichen.

Andere Gremiensitzungen wurden bis Ende Mai komplett abgesagt. Sofern Sitzungen als Videokonferenz stattfinden, stellen einige entsendende Organisationen ihren Patientenvertreter*innen die entsprechende Technik zur Verfügung (z.B. einen Laptop). Viele Ehrenamtliche beklagen jedoch, dass  sie nicht die nötigen technischen Voraussetzungen haben. Auch die nötigen Kenntnisse sind nicht immer vorhanden.

Bei vielen Organisationen und Vereinen läuft die digitale Kommunikation recht gut, ein Großteil der Kommunikation wird über E-Mail und Telefon abgewickelt. In einigen Vereinen, in denen das Leitungsteam nicht so “medienaffin” ist oder der Digitalisierung skeptisch gegenüber steht, ist die Kommunikation auf ein Minimum reduziert. Insgesamt berichten die befragten Ehrenamtlichen von einem Konflikt zwischen Benutzerfreundlichkeit bzw. Umsetzbarkeit und Datenschutz. Dies ist insbesondere im Bereich der Selbsthilfe ein schwer aufzulösendes Dilemma. Einige Selbsthilfegruppen sind aber beispielsweise über Kurznachrichtendienste wie “WhatsApp” aktiv. Dies scheint nach anfänglichem Zögern gut zu laufen.

Einigen Ehrenamtlichen ist es durch die veränderte private Situation nicht möglich, ihr Ehrenamt weiter auszuführen, zum Beispiel weil die Tagespflege wegfällt und sie selber Angehörige pflegen müssen.

Der Kontakt bleibt!

Im Seniorenbeirat NRW liefen die Aktivitäten einige Zeit auf Sparflamme. Die Vorstandsmitglieder sind aber untereinander regelmäßig per Telefon in Kontakt und bleiben auch mit den Mitgliedern im Austausch. “Wir können nur planen oder auch mal über ganz normale Dinge, wie das Nähen von Mund- und Nasenschutz reden.”, schreibt Brigitte Köster. “Auch werden mal Rezepte und Tipps für den Garten ausgetauscht. Der Kontakt bleibt.”

Zusammenfassend wird deutlich, dass sich die Patientenvertreter*innen in NRW von der ungewohnten Situation mehrheitlich nicht unterkriegen lassen und im Ehrenamt so gut es eben geht improvisieren.

Mit dem Projekt „Politische Partizipation Passgenau!“ können sich alle NRW-Kommunen auf den Weg machen: Vertreter*innen aus der örtlichen Selbsthilfe, Politik und Verwaltung ermitteln gemeinsam die jeweiligen Bedarfe und formulieren Handlungsschritte. Das Projektteam bietet zu jedem Prozessabschnitt einen moderierenden Rahmen. Passgenau kann so an vorhandene Strukturen angeknüpft werden, um Teilhabemöglichkeiten zu schaffen oder diese weiterzuentwickeln.

Projektdetails

Zeitraum: 05/2019 – 04/2022
Träger: Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) SELBSTHILFE von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung und ihren Angehörigen Nordrhein-Westfalen e.V.
Förderung: Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW

Mehr Informationen zum Projekt

In diesen besonderen Zeiten ist es wichtig den Überblick zu behalten: Wann öffnet was, wo und für wen? Was ist erlaubt, was ist nicht erlaubt? Was ist Pflicht, was ist Eigenverantwortung? Hier finden Sie alle Lockerungen auf einen Blick.
Laut Ministerium sollen mit einem maßvoll abgestuften Plan in Nordrhein-Westfalen in den kommenden Tagen und Wochen die Anti-Corona-Maßnahmen geöffnet werden. Der Nordrhein-Westfalen-Plan sieht für die einzelnen Bereiche unterschiedliche Stufen mit Zieldaten vor, die abhängig von der weiteren Entwicklung des Infektionsgeschehens umgesetzt werden sollen. Dieses Vorgehen soll den Bürger*innen in Nordrhein-Westfalen gleichzeitig Gesundheitsschutz sowie Planbarkeit und Verlässlichkeit für das wirtschaftliche und öffentliche Leben bieten.

 

Beim heutigen zweistündigen Webinar konnten sich Interessierte und Neueinsteiger*innen über Aufgaben und Ziele von Kommunalen Gesundheitskonferenzen in Nordrhein-Westfalen und über ehrenamtliche
Beteiligungsmöglichkeiten informieren. Um gemeinsam im (ungewohnten) virtuellen Raum anzukommen, haben die Veranstalter der Koordinierungsstelle für Patientenbeteiligung in NRW eine kurze Achtsamkeitsübung
durchgeführt. Günter Hölling, Sprecher des PatientInnen-Netzwerks NRW und langjähriger eheramtlicher Patientenvertreter, hielt einen Vortrag zur Kommunalen Gesundheitskonferenz. Zum Abschluss wurde die interaktive Methode “Brief in die Zukunft” eingesetzt, um die Interessierten bei der Auseinandersetzung mit Ihren persönlichen Ziel und Motiven hinsichtlich eines Ehrenamts zu unterstützen. Zudem erhielten alle angemeldeten Teilnehmenden, auch diejenigen, die nicht am Video-Treffen teilnehmenen konnten, weiterführende Materialien und Links per E-Mail.

Die Teilnehmenden waren sehr zufrieden mit dem wegen der Coronakrise improvisierten Angebot und wünschen sich weitere Online-Treffen.

Handout zur Kommunalen Gesundheitskonferenz als Download

 

 

 

Patientenvertreter Michael Müller ist Teil des Netzwerks Patientenbeteiligung NRW. Er meldet sich nun als Sprecher der Epilepsie-Selbsthilfegruppe Köln mit einer politischen Forderung zu Wort:

“Im Rahmen der Epilepsie-Behandlung bestehen seit ca. einem dreiviertel Jahr Lieferengpässe bei der Medikamentenversorgung. Bis Sommer 2019 galt die Aut-Idem-Behandlung als Standard in der Epilepsiebehandlung, d.h. es werden Original-Präparate verschrieben. Inzwischen werden überwiegend Generika-Präparate eingenommen, was schon an sich zu einer Verunsicherung bei den Patienten geführt hat. Im Rahmen der Corona-Pandemie kann es zu Lieferstopp bei Antiepileptikas kommen, wenn die globalen Lieferketten zusammenbrechen. Wenn es bei diversen Krankheiten keine Medikament mehr gibt, müssen andere gleichwertige Versorgungsstrukturen aufgebaut werden, bspw. psychologische Behandlungen oder Behandlungen aus der Komplemenärmedizin.”

Mehr Informationen zur Epilepsie-Selbsthilfegruppe Köln

Wie sind Ihre Erfahrungen mit der Medikamentenversorgung? Schreiben Sie uns an: sonja.fasbender@patientenbeteiligung.de

Stand Ende März: Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann möchte an der NRW-Krankenhausreform festhalten. Er wolle aber bei den weiteren Planungen auch die Erfahrungen mit der Corona-Epidemie berücksichtigen. Die SPD-Fraktion im Landtag fordert dagegen ein Moratorium, also einen kompletten Aufschub der aktuellen Verhandlungen.

Zum Artikel in der WZ

Die Patientenbeteiligung NRW hat sich hierzu noch nicht öffentlich positioniert. Sie fordert aber mehr Transparenz und möchte konkret vom Ministerium wissen, welche und wie die Erfahrungen aus der Corona-Epidemie in die Krankenhausreform einfließen werden. Dazu fehlen bislang Informationen.

Übersicht Kommunale Gesundheitskonferenzen in NRW