Arte-Reportage “Re: Patient vor Profit. Medizin im Sinne des Menschen”


Arte-Reportage “Re: Patient vor Profit. Medizin im Sinne des Menschen”


Veröffentlicht am: 12.02.2020 | Neuigkeiten | Keine Kommentare »


32 Min. Verfügbar vom 30/01/2020 bis 29/04/2020. Die Reportage gibt nicht die Ansichten von Patientenbeteiligung NRW wider.
Arte-Text zum Inhalt der Reportage:

Trotz Fachkräftemangel und schlecht ausgestatteter Krankenhäuser – es gibt Strategien, die helfen, das Patientenwohl vor den Ertrag zu stellen. Umstrukturierungen und altbewährte sowie neue Lösungen helfen, die beste Versorgung sicherzustellen und trotzdem schwarze Zahlen zu schreiben.

In Deutschland gibt es viele Krankenhäuser – insgesamt rund 1.400 oder im Schnitt eines für weniger als 60.000 Einwohner. Ihre schnelle Erreichbarkeit gibt eine gefühlte, jedoch falsche Sicherheit. In nur zwei von fünf Häusern gibt es einen Herzkatheterarbeitsplatz oder eine Schlaganfalleinheit. Wenn der Bürger also das nächsterreichbare Krankenhaus wählt, liegt er in der Regel falsch – er muss entweder weiter verlegt werden oder erhält eine inadäquate Therapie.
Deutschland hat gegenüber dem EU-Schnitt 65% mehr Betten pro Kopf (gegenüber Dänemark sogar rund 180%). Häufig werden diese Betten gefüllt, auch wenn keine offensichtliche Indikation vorliegt. Diese Betten stehen in verhältnismäßig vielen Krankenhäusern, wobei diese teils nur über eine mangelhafte Ausstattung für den Ernstfall verfügen. Wie Patienten in diesen Häusern diagnostiziert und therapiert werden, ein Rätsel. Ungewöhnlich ist auch die niedrige Personalausstattung pro Patient.

Die dänische Krankenhausstruktur ist das Resultat einer landesweit abgestimmten Reform, die für rund 1.000 Euro pro Kopf der Bevölkerung viele kleinere ältere Krankenhäuser durch wenige neue ersetzt hat, die allerdings personell und technisch hochqualitativ ausgestattet sind. Gleichzeitig ist die digitale Infrastruktur mit 20% der Investitionssumme grundlegend verbessert worden.

Deshalb fordern Experten eine starke Verringerung der Klinikanzahl von aktuell knapp 1.400 auf unter 600 Häuser, um die Qualität der Versorgung für Patienten verbessern und Engpässe bei Ärzten und Pflegepersonal mindern.


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