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NRW-Patientenvertretung informiert sich über Krankenhausreform


Veröffentlicht am: 30.09.2019 | Meldungen | Keine Kommentare »


Köln, 27.09.2019. Die Patientenvertretung NRW, bestehend aus dem Koordinierungsausschuss NRW und dem PatientInnen-Netzwerk NRW, traf sich am Freitag ganztägig, um sich über die neue Krankenhausplanung zu informieren. Der Teilnehmerkreis bestand somit aus Vertreter*innen des Sozialverbands Deutschland, Verbraucherzentrale NRW, LAG SELBSTHILFE NRW, KOSKON NRW, Sozialverband VdK NRW und dem Paritätischen NRW.

© Patientenbeteiligung NRW

Mit dem vom Landesgesundheitsministerium in Auftrag gegebenen Gutachten wird ein Paradigmenwechsel in der Krankenhausplanung angekündigt. Inwiefern die Reformen tatsächlich zur einer Leistungs-, Bedarfs-und Qualitätsorientierung für einen höheren Patientennutzen führen, prüft und diskutiert die Patientenvertretung NRW derzeit intensiv.

Zu Beginn der Fortbildung gab Justus Vogel per Videokonferenz einen Einblick in die Kernpunkte des neuen Gutachtens zur Krankenhausplanung in NRW. Herr Vogel ist einer der Co-Autoren des Gutachtens und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technischen Universität Berlin. Dort arbeitet er im Fachgebiet Management im Gesundheitswesen mit den Forschungsschwerpunkten Mindestmengen, Struktur-Prozess-Ergebnisqualität, intersektorale Versorgungsqualität und qualitätsorientierte Krankenhausplanung.

Ziele des Gutachtens seien eine Unter-, Über-und Fehlversorgung zu identifizieren und reduzieren, die Sicherstellung einer bedarfsgerechten Versorgung, die Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen, wohnortnahen Versorgung sowie der Fokus auf bedarfs-und patientengerechte Versorgungsplanung. Bei der Qualitätsorientierung wurden im Gutachten jedoch nur die Qualitätsdimensionen herangezogen, die bestimmte Kriterien wie „methodisch sichere Messbarkeit“ oder „Verknüpfung mit Leistungsgruppe“ erfüllen. Daher spielen Ergebnisqualität und Servicequalität keine Rolle bei der Krankenhausplanung. Als geeignet für die Krankenhausplanung werden Struktur- und Prozessqualität sowie Mindestmengen betrachtet.

Diskutiert wurde unter anderem, wie  Notfallversorgungsstrukturen funktionieren können, wenn nur noch Grundversorgung in der Klinik angeboten wird. Wichtig war den Teilnehmenden auch zu klären, welche Maßnahmen die Gutachter empfehlen, um die regionale Planungsebene für Krankenhäuser im Rahmen der Gesamtversorgung zu stärken.

Dr. Michael Spörke vom Sozialverband Deutschland e.V. und Mitglied im Koordinierungsausschuss NRW, legte seinen Standpunkt zum Gutachten dar und wertete das Gespräch mit NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann aus, welches am 16.09.2019 stattfand. Einige Punkte und Anliegen der Patientenvertretung seien bei diesem Termin offen geblieben, so sein Fazit. Die Patientenvertretung fühle sich noch nicht ausreichend informiert und beteiligt, so auch die Rückmeldung der anderen Teilnehmenden.

Jan Böcken von der Bertelsmann Stiftung fasste die wesentliche Punkte der aktuellen Studie zusammen mit dem langen Titel „Zukunftsfähige Krankenhausversorgung. Simulation und Analyse einer Neustrukturierung der Krankenhausversorgung am Beispiel einer Versorgungsregion in Nordrhein-Westfalen. Her Böcken berichtete auch über die sehr kontroversen Reaktionen aus Fachkreisen und der Öffentlichkeit auf die Studie.

Vor der Mittagspause diskutierten die Teilnehmenden über regionale Krankenhausplanung unter Berücksichtigung besonderer Bedarfe von Patientengruppen. Dazu gaben Cornelia Plenter, Projektleiterin von Blickwechsel Demenz beim Paritätischen NRW und Nina Zajonc, stellv. Geschäftsführung der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Leverkusen ihre Einschätzungen ab.

Nach der Mittagspause beriet die Patientenvertretung NRW im kleineren Kreise über das weitere Vorgehen beim Thema Krankenhausplanung NRW. Eine Stellungnahme wird voraussichtlich bis Ende diesen Jahres veröffentlicht.

Am 12.12.2019 veranstalten wir eine Jahresfachtagung zum Thema Krankenhausplanung in NRW. Melden Sie sich jetzt an! Die Teilnahme ist kostenlos. Per Mail: nrw@patientenbeteiligung.de, per Telefon: 0221 276 29 62. Ort: Reinoldinum Dortmund

 


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