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Pressemeldung: NRW-Gesundheitsministerium fördert landesweite Koordinierungsstelle der Patientenbeteiligung für weitere drei Jahre in größerem Umfang


Veröffentlicht am: 17.05.2019 | Meldungen | Keine Kommentare »


Landesregierung stärkt Patientenbeteiligung im Gesundheitswesen in Nordrhein-Westfalen

16.05.2019, Köln. Die Koordinierungsstelle der Patientenbeteiligung unterstützt die Patientenvertreterinnen und Patientenvertreter seit 2016 bei ihrer meist ehrenamtlichen Arbeit. Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen verlängerte das Projekt „Koordinierung und Vernetzung der Patientenbeteiligung in Nordrhein-Westfalen“ und fördert es bis Ende des Jahres 2021 mit jährlich jeweils mehr als 100.000 Euro. Darüber hinaus erhielt die Koordinierungsstelle mehr Personal, sodass sie nun mit einer halben Stelle für Sachbearbeitung und einer vollen Referentenstelle gut besetzt ist.

Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef-Laumann betont, wie wichtig die aktive  Patientenbeteiligung in Institutionen und Gremien der Gesundheitsversorgung sei. „Der weitaus überwiegende Anteil der Patientenvertreterinnen und Patientenvertreter macht das ehrenamtlich. Dieses wichtige Ehrenamt verdient mehr Unterstützung. Wir brauchen die richtigen Strukturen, damit Patientinnen und Patienten in der Politik und im Gesundheitswesen wirksam vertreten werden. Dafür müssen wir unterschiedliche Kompetenzen miteinander verzahnen und bündeln. Deswegen fördern wir in Nordrhein-Westfalen die Arbeit der Koordinierungsstelle noch stärker als zuvor.“

Ziel der Koordinierungsstelle ist es, die Patientenvertretung in NRW stark zu machen. Sie organisiert Fortbildungen, Schulungen sowie Fachkonferenzen zu unterschiedlichen Themenbereichen. Dadurch können sich die Patientenvertreterinnen und Patientenvertreter mit den komplexen Strukturen des Gesundheitswesens vertraut machen und ihren Einfluss stärken. Ab 2019 werden zusätzlich Schulungen zur Verbesserung der persönlichen Stärken (Rhetorik, Verhandeln, Auftreten) entwickelt und angeboten. Die Stelle unterstützt die maßgeblichen Patienten- und Selbsthilfeorganisationen sowie die Patientenvertreterinnen und Patientenvertreter auch inhaltlich bei der Ausübung des Mitberatungs- und Antragsrechts. Dazu wurde ab 2019 die Erreichbarkeit der Stelle ausgeweitet. Bei Bedarf wird die relevante Fachliteratur aufbereitet und zur Verfügung gestellt. Zur Weiterentwicklung der Patientenbeteiligung soll außerdem intern und extern vermehrt Öffentlichkeitsarbeit gemacht werden.

Reinhard Birkner, langjähriger und erfahrener Patientenvertreter, begrüßt den Ausbau der Koordinierungsstelle. „Ich übernehme die wichtige und herausfordernde Aufgabe, die Interessen von Patientinnen und Patienten auf kommunaler Ebene zu vertreten und berate zu gesundheitspolitische Ausrichtungen. Das mache ich ehrenamtlich und brauche daher Unterstützung von der Koordinierungsstelle. Zum Beispiel, um Kontakte zu anderen Patientenvertretern aufzubauen oder mich in der Gremienarbeit weiterzubilden.“

Die Koordinierungsstelle ist ein gemeinsames Projekt des PatientInnen-Netzwerks NRW (PNW) und des Koordinierungsausschusses der Patientenorganisationen nach §140f SGB V (KooA). Ein dafür gegründeter Lenkungskreis übernimmt seitdem die Steuerung dieses Gemeinschaftsprojekts, bindet kontinuierlich die Positionen der beiden entsendenden Gremien ein und sorgt für Berichterstattung und Transparenz.  Angesiedelt ist die Koordinierungsstelle in Köln-Mülheim beim gesundheitsladen köln e.V.

Aktuell werden motivierte Ehrenamtliche für verschiedene Gremien gesucht. Die Koordinierungsstelle freut sich über Interessierte und beantwortet gerne Fragen.

Hintergrund

Patientenbeteiligung ist erst seit einigen Jahren gesetzlich verankert. Die Aufgaben und Rechte von Interessenvertretungen der Patientinnen und Patienten sind im §140f SGB V gesetzlich geregelt. Danach sind die maßgeblichen Organisationen für die Wahrnehmung der Interessen der Patientinnen und Patienten und der Selbsthilfe chronisch kranker und behinderter Menschen zu beteiligen und zwar in Fragen, die die Versorgung betreffen. Diese zivilgesellschaftliche Aufgabe muss aber mit staatlichen Ressourcen unterstützt werden, um das Organisationsdefizit gegenüber anderen professionellen Akteuren auszugleichen und Beteiligung auf Augenhöhe zu ermöglichen. 2015 wurde diese Notwendigkeit in Nordrhein-Westfalen bundesweit zum ersten Mal anerkannt und in den Jahren 2016 bis 2018 im Rahmen eines Projektes gefördert. Das PatientInnen-Netzwerk NRW (PNW) und der Koordinierungsausschuss der Patientenorganisationen nach § 140f SGB V in NRW (KooA) betrachten es als großen Erfolg, dass erstmalig eine einvernehmliche Verständigung sowohl der im KooA als auch der im PNW vertretenen Organisationen auf eine gemeinsame Fortentwicklung der Patientenstrukturen für NRW erzielt werden konnte.

Pressemeldung als PDF zum Download

Kontakt für Rückfragen:

Sonja Fasbender
Koordinierungsstelle Patientenbeteiligung NRW
c/o gesundheitsladen köln e.V. | Steinkopfstraße 2, 51065 Köln
Tel: 0221 276 29 62 | Mobil: 0152 53548880
E-Mail: sonja.fasbender@patientenbeteiligung.de
Weitere Informationen: www.patientenbeteiligung.de/nw/


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