Glossar


Hier im Wörterverzeichnis (Glossar) finden Sie wichtige Begriffe, Definitionen und Erklärungen aus verschiedenen Themenfeldern der Patientenbeteiligung. Es handelt sich um ein wachsendes Produkt, welches von uns fortlaufend erweitert wird.

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  • Antibiotika-Resistenzen


    Antibiotika sind in der heutigen Medizin  nicht mehr wegzudenken. Allerdings sollte die Einnahme ausschließlich bei der Behandlung von bakteriellen Infektionen erfolgen. Bei Infektionen, die z. B. durch Viren hervorgerufen werden, wirken Antibiotika nicht. Unter Antibiotika-Resistenz versteht man die Widerstandsfähigkeit von Bakterien gegen Antibiotika. Dies kann dazu führen, dass vormals einfach behandelbare bakterieller Infektionen nicht mehr geheilt werden können. Antibiotika-Resistenzen werden durch den unsachgemäßen Gebrauch von Antibiotika hervorgerufen.

  • Aufwandsentschädigung


    Ehrenamtliche Patientenvertreter und –vertreterinnen erhalten keine Vergütung, sondern eine Aufwandsentschädigung. Sie dient zur finanziellen Abfederung der ehrenamtlichen Tätigkeit, z.B. für die investierte Zeit und für zusätzliche finanzielle Aufwendungen, wie z.B. Büromaterialien.

  • Bedarfsanalyse


    Analyse eines vorhanden medizinischen Bedarfes bei dem Einzelnen oder in der Gesellschaft. Bedarf ist dabei auf zwei Ebenen anzusiedeln: dem individuellen, also subjektivem Bedarf und dem professionellen, also objektiven Bedarf. Unter subjektivem Bedarf wird der Wunsch nach einer bestimmten Gesundheitsleistung verstanden. Der objektive Bedarf beschreibt z.B. die Feststellung einer Krankheit oder die Einführung eines Gesundheitsangebotes auf Basis von Studien (vgl. auch: http://www.svr-gesundheit.de/fileadmin/user_upload/Aktuelles/2000/Arbeitspapier.pdf)

  • Bedarfsplanung


    Durch die Bedarfsplanung wird versucht die haus- und fachärztlichen Versorgung sicherzustellen. Anhand der Bedarfsplanungsrichtlinie wird bestimmt, wie viele freie Kassenarztsitze es in einem Planungsbereich gibt.

  • Berufungsausschuss


    In den Berufungsausschüssen können Ärztinnen und Ärzte gegen die Entscheidungen des Zulassungsausschusses Widerspruch einlegen.

  • COPD


    Abkürzung für das Krankheitsbild der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung

  • Deutsche Krankenhausgesellschaft


    Die deutsche Krankenhausgesellschaft ist die Vertretung der Krankenhäuser. 28 Spitzen- und Landesverbände der Krankenhausträger sind dort vertreten.

  • Ermächtigung


    Eigentlich dürfen nur niedergelassene Ärztinnen und Ärzte ambulante Gesundheitsleistungen erbringen. Liegt aber in einem Gebiet eine Unterversorgung vor oder wurde ein lokaler Versorgungsbedarf festgestellt, können Ärztinnen und Ärzte aus Krankenhäusern, sowie Vorsorge-, Rehablitations- und Pflegeeinrichtungen ebenfalls für diese Aufgaben ermächtigt werden.

  • Erweiterter Landesausschuss


    Der erweiterte Landesausschuss regelt die ambulante spezialfachärztliche Versorgung bei schwer therapierbaren, komplexen und seltenen Erkrankungen für die besondere ärztliche Kompetenzen notwendig sind. Patientinnen und Patienten dürfen mitberaten.

  • Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)


    Der G-BA ist das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenkassen und Krankenkassen. Er bestimmt über den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung. Patientinnen und Patienten haben ein Mitberatungs-, aber kein Mitentscheidungsrecht.

  • GEPA NRW


    Gesetz zur Entwicklung und Stärkung einer demographiefesten, teilhabeorientierten Infrastruktur und zur Weiterentwicklung und Sicherung der Qualität von Wohn- und Betreuungsangeboten für ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen und ihre Angehörigen (GEPA NRW)

    Das GEPA NRW wurde 2014 verabschiedet und ist eine Zusammenführung des Alten- und Pflegegesetzes (APG) und des Wohn- und Teilhabegesetzes (WTG). Das Alten- und Pflegegesetz konkretisiert das SGB XI für das Land NRW. Das WTG regelt die Mindeststandards für Wohn- und Betreuungsangebote für ältere Menschen und Menschen mit Behinderung.

  • Gesundheitsberichterstattung


    Die Gesundheitsberichterstattung beschreibt anhand von unterschiedlichen Datenquellen den Gesundheitszustand der Bevölkerung und das Gesundheitswesen in Deutschland in laienverständlicher Sprache. Sie gibt es sowohl bundes- und landesweit, als auch auf kommunaler Ebene.

  • Gesundheitskompetenz


    Unter Gesundheitskompetenz wird das Wissen, die Motivation und die Fähigkeit verstanden, gesundheitsrelevante Informationen ausfindig zu machen, zu verstehen, zu beurteilen und zu nutzen, um die Gesundheit erhalten, sich bei Krankheiten die nötige Unterstützung durch das Gesundheitssystem sichern oder sich kooperativ an der Behandlung und Versorgung beteiligen und die dazu nötige Entscheidung treffen zu können (Englisch: Health Literacy).

  • Gesundheitsziele


    Gesundheitsziele werden gemeinsam von Akteurinnen und Akteuren im Gesundheitswesen festgelegt und umgesetzt. Ziel ist die Gesundheit der Bevölkerung zu verbessern. Dabei können einzelne Bereiche oder bestimmte Gruppen fokussiert werden.

  • GKV-Modernisierungsgesetz


    Das GKV-Modernisierungsgesetz ist am 1. Januar 2004 in Kraft getreten und regelt unter anderem die Patientenbeteiligung in unterschiedlichen Gremien des Gesundheitswesens.

  • GKV-Spitzenverband


    Der GKV-Spitzenverband ist die Interessensvertretung aller gesetzlichen Krankenkassen auf Bundesebene.

  • Kassenärztliche Vereinigungen (KVn)


    Sie sind für die Regulierung der ambulanten ärztlichen Versorgung der gesetzlich Versicherten zuständig. Sie haben vom Staat den gesetzlichen Auftrag zur Sicherstellung einer ausreichenden ambulanten ärztlichen Versorgung der gesetzlich Versicherten (GKV) erhalten. Sie sind ein zentraler Verhandlungspartner für die Krankenkassen. Ärzte, die an der vertragsärztlichen Versorgung von gesetzlich Versicherten teilnehmen wollen, müssen Mitglied der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung (KV) werden. Die Kassenärztlichen Vereinigungen haben auch die Aufgabe, die wirtschaftlichen Interessen der Vertragsärzte wahrzunehmen (§ 75 SGB V). Dabei verfügen sie allerdings nicht über ein ‚Streikrecht’. Die Kassenärztlichen Vereinigungen sind auf Bundesebene in der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zusammengefasst, die die Interessen der Vertragsärzte auf Bundesebene vertritt und bundesweit geltende Verträge mit dem GKV-Spitzenverband schließt.

  • Kommunale Gesundheitskonferenz


    Die kommunale Gesundheitskonferenz wurde ab 1998 in den Kreisen und kreisfreien Städten in NRW eingeführt. Sie übernimmt Koordinierungs- und Steuerungsaufgaben im Gesundheitwesen.

  • Kommunale Pflegekonferenz


    Die kommunale Pflegekonferenz berät über Fragen der Sicherstellung und Weiterentwicklung der pflegerischen Versorgung auf kommunaler Ebene.

  • Kommunale Spitzenverbände


    Kommunale Spitzenverbände sind Zusammenschlüsse aller Landkreise, Städte und Gemeinden auf Bundes- bzw. Landesebene.

  • Landesausschuss


    Landesausschüsse übernehmen Koordinierungsaufgaben in der vertragsärztlichen Versorgung. An den Entscheidungen sind Vertreterinnen und Vertreter der Ärzte- und Psychotherapeutenkammer und der Krankenkassen beteiligt. Patienten-VertreterInnen dürfen hier ebenfalls mitberaten.

  • Landesausschuss Pflege und Alter


    Der Landesausschuss Pflege und Alter wurde mit der Verabschiedung des GEPA NRW etabliert. Er berät die Landesregierung in Fragen der Alten- und Pflegepolitik und der Pflegeversicherung.

  • Landesgesundheitskonferenz


    Die Landesgesundheitskonferenz ist ein Planungs- und Steuerungsinstrument zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung auf Länderebene.

  • Landschaftsverbände


    Die Landschaftsverbände sind kommunale Zusammenschlüsse. In Nordrhein-Westfalen gibt es den Landschaftsverband Westfalen-Lippe und den Landschaftsverband Rheinland. Die Landschaftsverbände betreiben z.B. Museen, Schulen, psychiatrische und forensische Einrichtungen oder ambulante Einrichtungen der Behindertenhilfe.

  • ÖGD-Gesetz NRW


    Das Gesetz über den Öffentlichen Gesundheitsdienst des Landes Nordrhein-Westfalen trat 1997 in Kraft und regelt die Aufgaben des Öffentlichen Gesundheitsdienstes auf kommunaler und Landesebene. Zu den Aufgaben gehören vor allem die Förderung und der Schutz der Gesundheit der Bevölkerung. Auf kommunaler Ebene nehmen die Gesundheitsämter diese Aufgabe wahr. Auf Landesebene das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter und die fünf Bezirksregierung.

  • Patientenbeteiligungsverordnung


    Die Patientenbeteiligungsverordnung regelt welche Personengruppen und Organisationen die Belange von Patientinnen und Patienten sowie chronisch kranker und behinderter Menschen vertreten dürfen.

  • Pflegeversicherung


    Die Pflegeversicherung ist die fünfte Säule der Sozialversicherung. Jeder Bürger in Deutschland muss eine Pflegeversicherung abschließen. Gesetzlich Versicherte zahlen in die sogenannte soziale Pflegeversicherung ein, die paritätisch von Arbeitgeber und Arbeitnehmer finanziert wird. Privat Versicherte Personen müssen eine private Pflegeversicherung abschließen. Die soziale Pflegeversicherung ist eine Teilleistungs-Versicherung: Im Fall einer Pflegebedürftigkeit deckt die soziale Pflegeversicherung nicht alle Kosten. Ein Teil muss von den Betroffenen oder Angehörigen selbst getragen werden.

  • Qualitätsdimensionen


    Strukturqualität
    Strukturqualität definiert sich ganz wesentlich über die Kompetenz und fachliche Qualifikation des Arztes und der Praxismitarbeiter. Sie umfasst darüber hinaus Anforderungen an die apparative und räumliche Ausstattung der Praxis sowie gegebenenfalls auch Vorgaben an die Organisation und Hygiene. Eine gute Struktur garantiert nicht automatisch gute Ergebnisse, ist aber die Basis dafür. Die Anforderungen sind in bundesweit geltenden Richtlinien und Vereinbarungen, sowie in Verträgen, welche die KVen mit den Krankenkassen abgeschlossen haben, festgelegt. Sie bestimmen beispielsweise, welche Ausbildung und Erfahrung ein Arzt und sein Praxisteam besitzen müssen, um ambulant operieren zu dürfen.

    Prozessqualität
    Die Qualität der Abläufe in der Praxis wird als Prozessqualität bezeichnet. Hierbei geht es um die Art und Weise der Diagnostik und Therapie. Dazu zählen unter anderem die Medikamentenverordnung, die Anamneseerhebung, die ärztliche Dokumentation sowie die Beachtung von empfohlenen Behandlungspfaden und Vorgaben zur Indikationsstellung. Ein Urteil über das Wie der Behandlung ist oft schwieriger als die Bewertung der Struktur, wo Zeugnisse, Qualifikationsnachweise und Gewährleistungserklärungen zur apparativen Ausstattung ein klares Urteil erlauben.

    Ergebnisqualität
    Am schwierigsten ist die Beurteilung der Ergebnisqualität, also der Güte der Behandlung. Sie umfasst die Ergebnisse eines Behandlungsprozesses und kann an den unterschiedlichsten Indikatoren wie an der Verbesserung des Gesundheitszustandes, der Heilung von Erkrankungen, der Patientenzufriedenheit oder der Beeinflussung der Morbidität beurteilt werden. Die Prozessqualität und gewisse Aspekte der Ergebnisqualität sind jeweils im Einzelfall zu überprüfen. Dies geschieht in der Regel im Rahmen von Stichproben, deren Verfahren und Beurteilungskriterien leistungsspezifisch ebenfalls in Richtlinien geregelt sind. Zur umfassenden Bewertung der Ergebnisqualität helfen Auswertungs- und Evaluationsverfahren anhand von Daten der Qualitätssicherungsmaßnahmen.

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  • Reisekostenvergütung


    Patientenvertreterinnen und -vertreter erhalten, je nach Gremium, eine Reisekostenvergütung. Das bedeutet, dass sie ihre Fahrtkosten zu Sitzungen erstattet werden.

  • Schlafapnoe


    Die Schlafapnoe ist eine Schlaf-Bezogene-Atmungs-Störung (SBAS), mit chronischem Verlauf. „A-Pnoe“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „ohne Atem“. Die Schlafapnoe unterteilt sich in die obstruktive und die zentrale Form. Eine gemischte Form ist auch möglich. Das Obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) ist die wesentlich häufigere Form der Krankheit. Das OSAS entsteht durch verengte Atemwege. Die Muskeln im gesamten Schlund sind erschlafft, sodass der Atembefehl des Gehirns nicht umgesetzt werden kann. Das zentrale Schlafapnoe-Syndrom wird durch eine Fehlsteuerung im Schlafzentrum des Gehirns ausgelöst und macht nur etwa 10% der Apnoe-Fälle aus. Mehr Informationen

  • Sozialgesetzbuch (SBG) XI


    Das elfte Sozialgesetzbuch enthält Vorschriften für die soziale Pflegeversicherung in Deutschland.

  • Sozialgesetzbuch (SGB) IX


    Das neunte Sozialgesetzbuch enthält Regelungen zur Rehabiliation und Teilhabe behinderter Menschen in Deutschland. Ziel ist die Selbstbestimmung und Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu stärken.

  • Sozialgesetzbuch (SGB) V


    Das fünfte Sozialgesetzbuch bildet die gesetzlich Grundlagen für die Bestimmung der gesetzlichen Krankenversicherung.

  • Verdienstausfall


    PatientenvertreterInnen bekommen, sofern Sie berufstätig sind, für die Teilnahme an Sitzungen ihren Verdienstausfall erstattet.

  • Vertragsarzt


    Ein Vertragsarzt darf medizinische Leistungen für sozialversicherte Personen erbringen.

  • Vertragsarztsitz


    Ein Vertragsarztsitz wird an einen niedergelassenen Facharzt vergeben, sofern der Zulassungsausschuss dem zugestimmt hat.

  • Zulassungsausschuss


    Zulassungsausschüsse sind Gremien der Landesverbände der Krankenkassen und der Kassenärztlichen bzw. Kassenzahnärztlichen Vereinigung. Sie kümmern sich um die Kassenzulassung von Ärzten, Zahnärzten und Psychotherapeuten. Patienten dürfen darüber mitberaten, aber nicht mitentscheiden.