Bereits im letzten Jahr hat sich der Think Tank “Wissen.Denken.Handeln.” der Projektstelle mit der elektronischen Patientenakte (ePA) befasst. Da der ePA in der aktuellen Reform zur Primärversorgung eine wichtige Schnittstellenfunktion beigemessen wird, bestand bei den Teilnehmenden in diesem Jahr Einigkeit darüber, dass die Patientenvertretung die Umsetzung der ePA weiterhin kritisch und mit eigenen Impulsen begleiten muss.
Die Teilnehmenden des diesjährigen Think Tanks blickten am 16. Juni zunächst mithilfe eines Inputs von Edeltraut Krause und Michael Adam (Landesseniorenvertretung NRW) auf die bisherigen Aktivitäten des Netzwerks zurück: Im vergangenen Jahr hatte der Think Tank vier Empfehlungen für eine stärkere Patientenorientierung der ePA formuliert:
- eine einheitliche App für alle Krankenkassen, die leicht verständlich und niedrigschwellig zugänglich ist
- die Gewährleistung der Feinsteuerung, um Diskriminierungen durch bestimmte Einträge in den Medikationslisten und Abrechnungsdaten zu verhindern
- die Sensibilisierung der Öffentlichkeit zu Chancen und Risiken der ePA
- die Sicherstellung von Anlaufstellen zur Meldung von fehlerhaften Eintragungen inklusive schneller Korrektur.
Diese wurden von verschiedenen Netzwerk-Mitgliedern in kommunalen und landespolitischen Gremien sowie mit Gesundheitspolitiker*innen diskutiert.
Nun ist von der Bundespolitik geplant, dass die ePA in der sich anbahnenden Reform der Primärversorgung digitale Terminvergaben und E-Überweisungen sowie digitale Ersteinschätzungen ermöglichen soll. Die Patientenvertreter*innen diskutierten Vor- und Nachteile der Funktionen und erörterten, ob und wie eine digitale Patientenakte in einer patientenorientierten Primärversorgung sinnvoll sein kann. Die Ergebnisse des Think Tanks werden auf einem zweiten, digitalen Termin weiterentwickelt, um sie auf der Jahrestagung des Projektes am 27. November in Dortmund vorzustellen.