Qualitätssicherung


Was ist Qualitätssicherung?

pixabay.comQualitätssicherung klingt grundsätzlich einfach: Patient*innen wollen gut und richtig behandelt werden, nicht durch Zufall, sondern verlässlich. Sie möchten mit passenden, verlässlichen Methoden behandelt werden und zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle im Gesundheitssystem gut versorgt werden. Sie möchten gesund werden oder ihre Lebensqualität und Lebenserwartung verbessern, bei möglichst geringer Belastung und nach aktuellem medizinischem Standard.
Informationen über die Qualität der Behandlung sind für Patient*innen eine wichtige Voraussetzung, um sich für eine Arztpraxis oder ein Krankenhaus entscheiden zu können. Aber Behandlungsqualität bedeutet nicht für jeden das gleiche. Hinzu kommt: Qualität zu messen und zu sichern ist gar nicht so einfach, vor allem nicht im komplexen Medizinsystem. Mehr Informationen dazu finden Sie hier

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Wo können Patientenvertreter*innen in der QS mitarbeiten?

Patientenvertreter*innen können in der Qualitätssicherung in verschiedenen Gremien mitarbeiten. Auf Bundesebene ist das im Gemeinsamen Bundesausschuss möglich sowie in Arbeitsgruppen der Unterausschüsse. In NRW ist es möglich, an Sitzungen des sogenannten Lenkungsausschusses der Qualitätssicherung NRW teilzunehmen und an medizinischen Arbeitsgruppen bzw. Fachgruppen. Rechtliche Grundlage ist das Sozialgesetzbuch, nämlich Paragraf 140 f/g SGB V.

Wie können Patientenvertreter*innen in der QS mitarbeiten?

Im Lenkungsausschuss und in den Arbeitsgruppen bzw. Fachgruppen haben Patientenvertreter*innen ein Mitberatungsrecht. Grundlage sind die Richtlinie über Maßnahmen der Qualitätssicherung in Krankenhäusern, kurz QSKH-RL (Paragraf 14), und die Richtlinie zur datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung, kurz DeQS-RL (Paragraf 5 Abs. 5). Zudem können sie eine Sonderauswertung beantragen zu bestimmten Fragestellungen und an Konferenzen teilnehmen. Entsprechend sachkundige Vertreter oder Vertreterinnen können von den maßgeblichen Patienten- und Selbsthilfe-Organisationen einvernehmlich benannt werden.

In den Fachkommissionen gemäß DeQS-Richtlinie können bis zu zwei sachkundige Patientenvertreter*innen pro Fachkommission benannt werden. In den medizinischen Arbeitsgruppen gemäß QSKH-Richtlinie ist jeweils ein Patientenvertreter vorgesehen.

Wie häufig und wie lange finden Sitzungen statt?

Die „großen“ Gremien (Lenkungsausschuss QS NRW und Lenkungsgremium LAG DeQS NRW) tagen zweimal im Jahr, Frühjahrs- und Herbstsitzung, je nach Bedarf gibt es außerordentliche Sitzungen.
Arbeitsgruppen nach QSKH-Verfahren tagen mindestens zweimal im Jahr, eine Sitzung im Frühjahr, zur Festlegung der Vorgehensweise und Informationsweitergabe an die Gruppe. Dann wieder Ende Sommer bis Ende Oktober. In dieser/diesen Sitzung/Sitzungen werden von den Arbeitsgruppenmitgliedern Stellungnahmen bearbeitet. Je nach Mengengerüst und Schwere der Fälle kann in diesem Zeitraum mehr als nur eine Sitzung notwendig sein.
Bei den Fachkommissionen (DeQS-Verfahren) kann man im Vorhinein schon von vier bis sechs Sitzungen ausgehen, da hier die Vorgehensweise von der Richtlinie aus eine andere ist. In aller Regel sind die Sitzungen auf zwei bis drei Stunden terminiert, im Einzelfall auch länger.

Zur Zeit tagen der Lenkungsausschuss QS-NRW und das Lenkungsgremium LAG-NRW an einem Tag, d. h. jeweils zwei bis drei Stunden mit einer Pause dazwischen, also ein ganzer Tag. Das ändert sich, wenn die QSKH-RL in die DeQS-RL komplett überführt wird, ab diesem Zeitpunkt gibt es nur noch ein Lenkungsgremium LAG-NRW. Die Überführung soll zu Beginn des Jahres 2021 erfolgen, ab 2022 gäbe es dann nur noch die Gremien auf Basis der DeQS-Rili. Dann fallen auch die Arbeitsgruppen weg, da es nur noch die Fachkommissionen gibt, deren Anzahl sich aber erhöhen wird.

Wo finden die Sitzungen statt?

Der Tagungsort ist in aller Regel die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) in Dortmund. In Corona-Zeiten finden weitgehend Video-und Telefonkonferenzen statt.

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Warum ist die Mitarbeit wichtig?

Patientenvertreter*innen sind „das Gewissen“ in der Selbstverwaltung. Sie können die wichtige Patientensicht einbringen und Entscheidungen in allen genannten Gremien hinterfragen. Die Themen sind zwar anspruchsvoll, aber die Mitarbeit ist wichtig und lohnenswert, weil medizinische Versorgung insgesamt und Qualitätssicherung im besonderen im Dienst der Patientenversorgung steht. Ziel aller Bestrebungen zur Qualitätssicherung ist die Optimierung der Patientenversorgung. Die Maßnahmen müssen sich daher sowohl am medizinischen Nutzen als auch an den Bedürfnisse der Patienten orientieren. Eine verbesserte Ergebnisqualität ist im Sinne aller Patienten. Verlässliche und vergleichbare Erkenntnisse über die Versorgungsqualität in Kliniken und Arztpraxen sind hilfreich für eine selbstbestimmte Patientenentscheidung. Patientensicherheit und Patientenorientierung zu stärken, ist auch ausdrücklich das Ziel der neuen DeQS-Richtlinie.

Die Bedeutung der Qualitätssicherung wird zudem steigen, denn schlechte Qualität soll künftig planungsrechtliche Konsequenzen haben. Das heißt, dass davon die Aufnahme oder der Verbleib eines Krankenhauses oder einer Fachabteilung im Krankenhausplan des jeweiligen Bundeslandes abhängt. Die Perspektive der Patienten bezogen auf Behandlungserfahrungen und Behandlungsergebnisse geht überdies bereits als zusätzliche Datenquelle in die Beurteilung der Qualität medizinischer Leistungen ein. Das ist ein Teil der Richtlinie zur datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung (DeQS-RL).

Welche Gremien mit Patientenvertretung gibt es?

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Wenn Sie Interesse haben ehrenamtlich als Patientenvertreter*in in einem Gremium der Qualitätssicherung mitzuarbeiten, schauen Sie zunächst welches Thema Sie interessiert und ob noch ein Platz frei ist. In rot sehen Sie freie Plätze (Stand Juni 2020).

Fragen Sie auch gerne bei der Koordinierungsstelle der Patientenbeteiligung NRW nach.

Weiterführende Informationen als PDF zum Download

 

 

 

 

Übersicht innerhalb der QSKH-Richtlinie:

  • Lenkungsausschuss
  • “Arbeitsgruppe zum Lenkungsausschuss (AG-QS NRW)” freier Platz

Medizinische Arbeitsgruppen:

  • AG-Kardiologie – freier Platz
  • AG-Chirurgie/Orthopädie – freier Platz
  • AG-Gynäkologie – freier Platz
  • AG-ambulanant erworbene Pneumonie
  • AG-Dekubitus (Druckgeschwür) – freier Platz
  • AG-Neonatologie

Übersicht innerhalb der DeQS-Richtlinie:

  • Lenkungsgremium
  • “Arbeitsgruppe zum Lenkungsgremium (AG-DeQS)” – freier Platz

Medizinische Fachkommissionen (FK):

  • FK Perkutane Koronarintervention (PCI) und Koronarangiographie (QS PCI) = Herzkatheter – freier Platz
  • FK Vermeidung nosokomialer Infektionen – postoperative Wundinfektionen (QS WI) – freier Platz
  • FK Cholezystektomie (QS CHE) = Gallenblasenentfernung – freier Platz
  • FK Nierenersatztherapie bei chronischem Nierenversagen u. Pankreastransplantationen (QS NET) – freier Platz