Wie können Menschen mit internationaler Familiengeschichte besser in den Strukturen des Gesundheitswesens berücksichtigt werden? Hierüber tauschte sich die Projektstelle Patientenbeteiligung NRW am 29. April gemeinsam mit Vertreter*innen von Migrantenselbstorganisationen aus, die im Projekt “Kultursensible Selbsthilfe” des Paritätischen NRW aktiv sind. Anhand von Erfahrungen mit schlechter Kommunikation in der Versorgung, wenig Zeit für Patient*innen sowie diskriminierendem Verhalten wurde deutlich: Ohne die Beteiligung von Patient*innen wird sich Versorgung nicht verbessern. Ein Anliegen der Projektstelle ist es, durch mehr Vielfalt in der Patientenvertretung die Vielfalt an Patienteninteressen besser abzubilden. Die Teilnehmenden äußerten Interesse, sich im Netzwerk der Patientenbeteiligung einzubringen und diskutierten Ideen für Kampagnen zur Sichtbarmachung von Patientenbedarfen von Menschen mit internationaler Familiengeschichte.
Das Projekt „Kultursensible Selbsthilfe: Zugänge ausbauen – Austausch ermöglichen – Sichtbarkeit stärken“ läuft von 2025 bis 2027 und wird von der AOK NordWest und der AOK Rheinland/Hamburg gefördert. Träger ist die mit dem Paritätischen verbundene GSP – Gemeinnützige Gesellschaft für soziale Projekte. Bei Menschen mit Migrationsgeschichte ist die Idee der Selbsthilfe nicht sehr bekannt. Das möchte das Projekt ändern. Denn in Selbsthilfegruppen erfahren Menschen mit Erkrankungen oder sozialen Problemen Unterstützung durch Gleichgesinnte. Das ist eine gute Ergänzung zur Betreuung durch professionelle Hilfesysteme.