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Krankenhaus: Arbeiten am Limit


Veröffentlicht am: 23.07.2019 | Meldungen | Keine Kommentare »


Patientenvertreter*innen sind die Feinde von Ärzten? Nein, so schwarz und weiß ist das Bild nicht. Im Gegenteil, die beiden haben mehr gemeinsam, als auf den ersten Blick zu erkennen ist. Denn, wer hätte es gedacht: Ärztinnen und Ärzte sind Menschen und können daher auch zu Patient*innen werden.

Der 122. Deutsche Ärztetag in Münster hat sich deshalb mit den Auswirkungen der belastenden Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen beschäftigt und darüber beraten, wie die beruflichen Rahmenbedingungen geändert und welche Präventions- und Arbeitsschutzmaßnahmen ergriffen werden müssten. Das Rheinische Ärzteblatt berichtete darüber am 25.06.2019 und thematisierte den zunehmenden ökonomischen Druck, ausufernde Bürokratie und Personalmangel. Dies seien einige der Gründe, die die Zahl körperlich und emotional überlasteter Ärzt*innen steigen lasse. Die Abgeordneten des Deutschen Ärztetags seien sich einig gewesen: Es reiche nicht, die Verantwortung für die ärztliche Gesundheit jedem Einzelnen in die Hände zu legen. Es ist Zeit, etwas an den Rahmenbedingungen ärztlicher Tätigkeit zu ändern. Zum vollständigen Artikel, Rheinisches Ärzteblatt Heft 7/2019

Aus Sicht der Patient*innen ist es natürlich mehr als überfällig, dass die Hilferufe von Ärzt*innen, Pfleger*innen und weiteren im Gesundheitswesen tätigen Berufsgruppen gehört werden. Sie weisen seit Jahren darauf hin, dass ihre Arbeit zunehmend von hohem Zeitdruck, daraus resultierendem Stress und wirtschaftlichen Zwängen geprägt ist.

Wenn die seelische Gesundheit von Beschäftigten in Krankenhäusern gestärkt und eine entsprechende Systemänderung daraus abgeleitet wird, profitieren die Patient*innen ganz besonders davon. Viele derzeitigen Missstände würden sich damit erübrigen. Dann müssten Ärzt*innen auch nicht mehr die „Dilemmakompetenz“ zwischen den ökonomischen Interessen des Arbeitgebers und dem Wunsch „Menschen zu helfen“ trainieren (vgl. Rheinisches Ärzteblatt Heft 7/2019, Seite 15).


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